đŸ‘„ Erste Schritte

đŸ‘„ Erste Schritte


1   Anamnese, Analyse, Diagnose

â–Č Ein PatientengesprĂ€ch mit umfassender Anamnese ist immer der wichtigste Schritt vor der Therapie, auch bei der Mitochondrien-Medizin.

Anamnese, Analyse und Diagnose sind immer die ersten Schritte vor einer Therapie. Das ist auch bei der regenerativen Mitochondrien-Medizin nicht anders. Schließlich wĂ€ren ja sonst die nachfolgenden Therapieschritte ein »Blindflug«.

Da die Mitochondrien-Medizin ganzheitlich denkt und handelt, ist die Anamnese hier im Idealfall eine sehr ausfĂŒhrliche, grĂŒndliche Maßnahme. Das Ziel ist es, eine möglichst umfassende Analyse des Patienten und all seiner Lebensbedingungen durchzufĂŒhren, um eine hilfreiche Grundlage fĂŒr die oft notwendige komplexe Strategie fĂŒr eine Therapie zu erhalten. Im Verlauf der Therapie werden diese Imformationen dann immer wieder intensiv reflektiert betrachtet und ergĂ€nzt.

WICHTIG ❗ Diese umfassende Herangehensweise ist fĂŒr viele Patienten ungewohnt und erfordert eine weitgehende Öffnung und viel Mut und Geduld – und oft auch Geld – ist aber letztlich der SchlĂŒssel zum Erfolg!

FĂŒr die Therapeuten bedeutet dieser ganzheitliche Ansatz, dass sie bei der Anamnese sehr kreativ und mit viel Weitblick handeln mĂŒssen, um die oft komplexen FĂ€lle zu »entrĂ€tseln«. Ebenso wichtig ist, dass sie ĂŒber ein gutes Netzwerk verfĂŒgen, so dass sie u. U. Maßnahmen anderer Therapiebereiche sinnvoll integrieren zu können, um der Ganzheitlichkeit dieses Therapiekonzeptes gerecht zu werden.


2   Zielsetzungen

Bei der Mitochondrien-Medizin ist das Ziel der Anamnese nicht nur, etwas ĂŒber die Beschwerden des Patienten zu erfahren, sondern möglichst alle relevanten EinflĂŒsse auf die individuelle Stoffwechsel-Situation möglichst genau zu erfassen, um daraus ursĂ€chlich wirksame Therapiemaßnahmen ableiten zu können. Je nach KomplexitĂ€t und Schwere des Falles können das sehr viele Einzelfaktoren sein, denn die Mitochondrien-Medizin denkt in alle Richtungen, z. B. an:
âšĄïž  VorschĂ€digungen durch vererbte Mitochondriopathien
âšĄïž  VorschĂ€digungen durch körperliche Verletzungen (insbesondere der WirbelsĂ€ule)
âšĄïž  ErnĂ€hrungssituation (Makro- und MikronĂ€hrstoff-Versorgung)
âšĄïž  VorschĂ€digungen / EinflĂŒsse durch Medikamente
âšĄïž  Zahnstatus (EntzĂŒndungen, Belastungen durch Amalgam)
âšĄïž  Belastungen durch die familiĂ€re Lebenssituation (Stress, Gewalt, Trauer)
âšĄïž  Belastungen durch den hĂ€uslichen Lebensraum (Gifte, Strahlung)
âšĄïž  Belastungen durch die berufliche Lebenssituation (Gifte, Stress, Strahlung, körperliche Überlastung)
âšĄïž  Belastungen durch die lokale Umweltsituation (LĂ€rm, Gifte, Strahlung)

MERKE 💡 Die Mitochondrien-Medizin ist eine ganzheitliche Medizin. Sie denkt in alle Richtungen. Sie behandelt nicht vordergrĂŒndig die Symptome von Krankheit, sondern versucht, den wahren Ursachen auf den Grund zu gehen und zu heilen (im Sinne von »heil/ganz machen«).


3   Stoffwechselwege

Nach Auswertung der Angaben des Patienten ĂŒber seine individuelle Gesundheitsgeschichte, seine aktuelle Lebenssituation und seine aktuellen Beschwerden, können Therapeuten dann SchlĂŒsse ziehen, welche Stoffwechselwege gestört sein könnten, und welche SchĂ€digungen diese in den Mitochondrien ausgelöst haben könnten. Hierzu mĂŒssen sie natĂŒrlich eine genaue Kenntnis der komplexen biochemischen KreislĂ€ufe des Mitochondrien-Stoffwechsels haben, um zu entscheiden, welche Parameter sinnvollerweise gemessen und ausgewertet werden sollten. Das folgende Schaubild kann vielleicht einen vagen Eindruck davon vermitteln, mit welch komplexer Materie sich ein »Mito-Mediziner« hierbei auseinandersetzen muss.

â–Č Der menschliche Zellstoffwechsel ist eine komplexe biochemische Angelegenheit.

Die verschiedenen Stoffwechselwege dienen in erster Linie der Energieversorgung, der Materialbeschaffung und dem Materialabbau in den Zellen. Von therapeutischer Bedeutung sind hier vor allem folgende Teilprozesse:
⚗  Atmungskette → Energieerzeugung
⚗  ATP-Bildung → Energieerzeugung
⚗  Citratzyklus → Energieerzeugung
⚗  FettsĂ€uren-Abbau → Energieerzeugung
⚗  Glukose-Bildung → Energieerzeugung (Blut, Gehirn)
⚗  Harnstoffzyklus → Entgiftung (in der Leber)
⚗  Ketonkörperbildung → Energieerzeugung (in der Leber)
⚗  Ketonkörperabbau → Zwischenprodukte zur Energieerzeugung
⚗  Pyruvat-Abbau → Energieerzeugung


4   Stoffwechselprodukte als Funktionsmarker

â–Č Mit Analysen von Blut, Urin, Stuhl und Atemluft lassen sich Aussagen ĂŒber die FunktionstĂŒchtigkeit der Mitochondrien machen.

In den einzelnen Teilprozessen des Stoffwechsels werden diverse Zwischen- und Endprodukte erzeugt. Analysiert man den Status dieser sogenannten Metabolite im Körper, so lassen sich daraus Aussagen ĂŒber die FunktionsfĂ€higkeit der Mitochondrien ableiten. Unter anderem sind die folgenden sogenannten Marker therapeutisch relevant:
đŸ§Ș  Adenosintriphosphat (ATP) → Energiebereitstellung in der Zelle
đŸ§Ș  Citrullin → Bildung von ‱NO, nitrosativer Stress
đŸ§Ș  Lactat → Energiebildung, Mitochondrienfunktion
đŸ§Ș  MethylmalonsĂ€ure → Vitamin B12-Mangel, Bildung von ‱NO
đŸ§Ș  Pyruvat → Energiebildung, Mitochondrienfunktion

Zur Analyse mitochondrialer Fehlfunktionen und SchĂ€den kann außerdem der Status vieler weiterer intrazellulĂ€rer MikronĂ€hrstoffe gemessen werden. Je nach Lage der Dinge sind hier (u. a.) therapeutisch relevant:
đŸ§Ș  Calcium → multifunktional, Citratzyklus, Signalstoff, Apoptose-Steuerung
đŸ§Ș  Coenzym Q10 → Atmungskette, Antioxidanz, RadikalfĂ€nger
đŸ§Ș  Eisen → Atmungskette, multifunktional, Hormonbildner
đŸ§Ș  Glutathion → Antioxidans, Zellschutz
đŸ§Ș  Kalium → Elektrolyt-Haushalt
đŸ§Ș  Kupfer → RadikalfĂ€nger, Histaminabbau, Nervenfasern
đŸ§Ș  Magnesium → multifunktional, Calcium-Gegenspieler
đŸ§Ș  Mangan → RadikalfĂ€nger
đŸ§Ș  Natrium → Elektrolyt-Haushalt
đŸ§Ș  Selen → Antioxidans, Entgiftung (Schwermetalle), SchilddrĂŒsenfunktion
đŸ§Ș  Vitamin A → Co-Faktor von Vitamin D, Bildung braunes Fettgewebe, Augen
đŸ§Ș  Vitamin B2 → RadikalfĂ€nger, Energiegreinnung, Haut und SchleimhĂ€ute
đŸ§Ș  Vitamin B5 → Energiegewinnung, Herstellung Neurotransmitter, Entgiftung, Schleimhautschutz
đŸ§Ș  Vitamin B6 → multifunktional, Enzymbestandteil, Bildung Neurotransmitter
đŸ§Ș  Vitamin B12 → multifunktional, ‱NO-Senker, gegen Nitro-Stress!
đŸ§Ș  Vitamin C → multifunktional, Antioxidans, Schutz weiterer Vitamine
đŸ§Ș  Zink → multifunktional, RadikalfĂ€nger, Immunsystem

Mit dem Wissen um dieses Ă€ußerst komplexe Geschehen der menschlichen Biochemie ĂŒberlegen Therapeuten, die nach dem Prinzip der regenerativen Mitochondrien-Medizin handeln, individuell zielfĂŒhrende Analyse- und Therapieschritte.


5   VerhÀltnis von Patient und Therapeut

Wesentlich fĂŒr den Erfolg einer Therapie der Mitochondrien-Medizin ist eine sichere Vertrauensbasis, auf der Patient und Therapeut langfristig zusammenarbeiten können. Gerade am Beginn der Zusammenarbeit, wenn man sich noch nicht so lange kennt, erfordert dies seitens des Patienten eine recht weitgehende Offenheit, die fĂŒr manchen sicherlich ungewohnt ist.

FĂŒr den Therapeuten bedeutet dies umso mehr, seine Patienten einfĂŒhlsam und umfassend ĂŒber die möglicherweise komplexen Maßnahmen, deren Zielsetzungen und ĂŒber die dabei evtl. anfallenden Kosten* aufzuklĂ€ren, so dass diese bereit sind, die Therapie auch langfristig durchzufĂŒhren und durchzuhalten.
* Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten viele Diagnose- und Therapiemaßnahmen nicht!

â–Č Den eigenen Körper stĂ€ndig im Blick haben – auch das ist fĂŒr Patienten eine Aufgabe innerhalb der mitochondrialen Therapie.

Dem Patienten kommt, insbesondere in der Diagnose- und Analysephase (aber natĂŒrlich auch im weiteren Verlauf der Therapie) die Ă€ußerst wichtige Aufgabe zu, ein möglichst guter Beobachter, Dokumentator und Berichterstatter seines eigenen Gesundheitszustandes zu sein. Denn nur so kann er seinem Therapeuten hilfreiche RĂŒckmeldungen ĂŒber die laufenden VerĂ€nderungen geben, damit dieser gegebenenfalls die Therapie zielgerichtet anpassen kann.

WICHTIG ❗ Nicht zuletzt bedeutet eine solch ganzheitliche Therapie fĂŒr den Patienten mit großer Wahrscheinlichkeit auch, dass er bereit sein muss, bestimmte Lebensgewohnheiten (dauerhaft!) aufzugeben, neue Perspektiven zu entwickeln und sein Leben möglicherweise – in Teilen oder umfassend – zu verĂ€ndern!